Review zum Symposium zu Ehren Ludwig Landmanns

Montag, den 23. September 2019
18 Uhr, Sonnemannsaal des Historischen Museum Frankfurt Saalhof 1 (Auf dem Römerberg)

In Kooperation mit der Gesellschaft der Freunde und Förderer des Jüdischen Museums Frankfurt konnte die Stiftung urban future forum e.V. am 23. September ein spannendes Programm zu Ehren Ludwig Landmanns präsentieren. Der Politiker wurde 1924 als Nachfolger von Georg Voigt zum Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt gewählt, eine Position, die er bis zu seinem erzwungenen Rücktritt 1933 innehatte. Bereits 1925 ernannte er den Architekten Ernst May zum Stadtbaurat und gemeinsam starteten sie ein Stadtplanungsprogramm, das man heute als das „Neue Frankfurt“ kennt. Ernst May schuf mit seinem Team aus Architekten, Technikern, Künstlern und Designern 12.000 neue Wohnungen. Nicht nur ein in Zahlen eindrucksvolles Projekt, May setzte auch in Sachen Ästhetik völlig neue Maßstäbe.

Das Symposium setzte aber nicht nur einen Fokus auf die urbane Erweiterung der Stadt, auch der Mensch Landmann fand Beachtung. Der Autor des Buches „Ludwig Landmann – ein Portrait“ Wilhelm von Sternburg reflektierte im Gespräch mit Hans Sarkowicz vom HR 2 den Werdegang des Politikers jüdischer Herkunft; Von seinen Anfängen in Mannheim und seiner weiteren Karriere in Heidelberg über die Zeit in Frankfurt bis hin zu seiner Vertreibung aus Deutschland und seinem Tod im niederländischen Exil.

In der folgenden Gesprächsrunde mit dem Soziologen und Historiker Dr. Andreas Hanser, der Autorin des Buches „Judenverfolgung in den Niederlanden“ Dr. Katja Happe und des Planungsdezernenten der Stadt Frankfurt am Main Mike Josef, wurde Leben und Schaffen von Ludwig Landmann weiter vertieft. Besonders deutlich wurde dabei, wie stark die städtebaulichen Entscheidungen unter Landmann die Stadt Frankfurt auch heute noch prägen.

Ludwig Landmann wurde in den Jahren nach dem Krieg in Frankfurt allerdings wenig gewürdigt. Die Gesellschaft der Freunde und Förderer des Jüdischen Museums will die Erinnerung an diesen großen Oberbürgermeister stärken und wird deshalb, beginnend mit der Eröffnung des erneuerten und erweiterten Museums im nächsten Jahr, einen „Ludwig Landmann-Preis für Mut und Haltung“ vergeben.

Text und Bilder: Laura Margielsky (Mitarbeiterin des urban future forum)

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