Ausstellungseröffnung „Im Modus der Serie“

Mit der Ausstellung „Im Modus der Serie“, die am 23. Juli 2026 im Museum für
Angewandte Kunst Frankfurt eröffnet wurde und in Kooperation mit der Stiftung Urban Future Forum entstand, rückte ein Thema in den Mittelpunkt, das angesichts aktueller Herausforderungen im Wohnungsbau zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Die Ausstellung widmete sich den Potenzialen serieller Bauweisen und regte dazu an, vertraute Vorstellungen von Architektur, Gestaltung und Stadtentwicklung aus einer neuen Perspektive zu betrachten.

 

Dass serielle Strukturen und architektonische Qualität kein Widerspruch sein müssen, wurde an verschiedenen Beispielen deutlich. Besonders das mit dem Deutschen Architekturpreis 2025 ausgezeichnete Franklin Village in Mannheim machte sichtbar, wie systematische Planungsprozesse zu einer eigenständigen und hochwertigen Architektur führen können.

Die Ausstellung lud dazu ein, vertraute Vorstellungen vom seriellen Bauen zu hinterfragen und den Blick darauf zu richten, welches Potenzial in Wiederholung,Variation und klaren Strukturen liegen kann.

Im anschließenden Podiumsgespräch wurden diese Fragen aufgegriffen und weitergedacht. Unter der Moderation von Helmut Kleine-Kraneburg diskutierten die Teilnehmenden nicht nur über architektonische Konzepte, sondern auch über die rechtlichen Rahmenbedingungen, die das serielle und experimentelle Bauen prägen. Dabei wurde deutlich, dass viele Möglichkeiten letztlich von ihrer rechtlichen Ausgestaltung abhängen, sei es im Vergaberecht oder innerhalb der hessischen Bauordnung.

Besonders spannend war die Auseinandersetzung mit einem Vorurteil, das serielles Bauen bis heute begleitet: der Vorstellung von Monotonie. Schnell wurde klar, dass sich Wiederholung und Individualität keineswegs ausschließen müssen. Vorgefertigte Elemente können vielfältig kombiniert, Fassaden unterschiedlich gestaltet und Gebäude an ihre Umgebung angepasst werden. So entstehen Strukturen, die Ordnung schaffen, ohne ihre Lebendigkeit zu verlieren.
Der Gedanke, dass „Kunst die Vielheit der Einheiten“ sei, brachte diesen Zusammenhang auf den Punkt und zog sich wie ein roter Faden durch den Abend.

Auch die Zukunft des Bauens spielte immer wieder eine Rolle. Nachhaltigkeit, Recycling und ressourcenschonende Bauprozesse wurden ebenso diskutiert wie die Frage, wie Nachverdichtung in bestehenden Stadtquartieren gelingen können. Serielles Bauen wurde dabei nicht als Mittel zur Massenproduktion verstanden, sondern als Möglichkeit schneller und effizienter zu bauen, ohne den gestalterischen Anspruch aus den Augen zu verlieren.

Letztlich ginge es darum, Gebäude zu schaffen die Bestand haben. Nicht nur technisch, sondern auch als Orte, an denen Menschen gerne leben.Die Ausstellung machte deutlich, dass sich die Debatte um serielles Bauen längst nicht mehr nur um Kosten oder Bauzeiten dreht. Vielmehr eröffnet sie einen Raum, um über Architektur, Stadtentwicklung und die Frage nachzudenken, wie wir in Zukunft bauen und wohnen möchten.

Wir danken dem Museum für angewandte Kunst und allen Teilnehmenden für den
facettenreichen Abend !

 

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