Frühstück auf dem Mainschiff mit Herrn Prof. Dr. h.c. mult. Roland Koch, ehemaliger Ministerpräsident des Landes Hessen, Vorsitzender Ludwig Ehrhard Stiftung
Liebe Leserinnen und Leser,
Am 20. Mai 2026 war Herr Prof. Dr. h.c. mult. Roland Koch, ehemaliger Ministerpräsident des Landes Hessen, Gast unserer Mainschifffahrt zum Thema „Wie viel staatlicher Eingriff gefährdet unsere soziale Marktwirtschaft?“.

In seinem Vortrag betonte er, dass die Aufgabe des Staates insbesondere in gesellschaftspolitischen Krisenlagen darin bestehe, durch zielgerichtete soziale Ausgleichsmaßnahmen Stabilität zu schaffen. Eingriffe in die marktwirtschaftliche Preisbildung seien hingegen nicht der richtige Weg. Nur wenn Preise frei gebildet werden könnten, sei ein fairer Wettbewerb um das beste Angebot möglich und die Innovationskraft der Wirtschaft gesichert.
Für den Erhalt von Wohlstand seien nach seiner Auffassung vor allem unternehmerische Führungsstärke sowie ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern von entscheidender Bedeutung. Beides bilde die Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Zum Abschluss seines Vortrags plädierte Prof. Dr. Koch für eine möglichst freie Wirtschaftsordnung im Rahmen der Demokratie. Diese stehe zwar zunehmend in Konkurrenz zu autokratischen Systemen, verfüge jedoch über besondere Stärken. Den pluralistischen Beitrag aller Bürgerinnen und Bürger hielt er für einen wesentlichen Grund dafür, dass demokratische Gesellschaften langfristig widerstandsfähiger und anpassungsfähiger seien.
In der anschließenden, sehr angeregten und außergewöhnlich langen Diskussion wurden zahlreiche Thesen des Vortrags vertieft erörtert und aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet.
Wir danken Herrn Prof. Dr. Koch für seine klaren Bekenntnisse zur Sozialen Marktwirtschaft sowie für seine tiefgehende Analyse der aktuellen Herausforderungen in der Kommunal- und Bundespolitik, die er stets in den europäischen Kontext einordnete. Seine Ausführungen lieferten wertvolle Impulse und regten zu einem intensiven Austausch an.

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