Frühstück auf dem Mainschiff am 20.10.26
Am 20. Oktober 2026 lud die Stiftung Urban Future Forum in Kooperation mit der GWH zur Mainschiffahrt auf der Primus-Linie in Frankfurt am Main ein. Nach der Begrüßung durch Prof. Helmut Kleine-Kraneburg und einer Ansprache von Christian Wedler (GWH) begrüßte die Stiftung Uwe Drost, Architekt und geschäftsführender Gesellschafter der Hamburger Firma D&K drost consult GmbH als Gastredner. Im Mittelpunkt seines Vortrags stand die Frage, welche Kommunikation Deutschland heute braucht, um Planungs- und Bauprozesse erfolgreicher zu gestalten und eine qualitätsvolle Stadtentwicklung zu ermöglichen.
Planung ist Kommunikation. Dieser Gedanke zog sich durch den Vortrag und die anschließende Diskussion. Gerade bei komplexen Bau- und Infrastrukturprojekten kommt es darauf an, unterschiedliche Interessen zusammenzuführen, Informationen transparent zu teilen und die Kommunikation zwischen den beteiligten Ebenen aufrechtzuerhalten. Dabei geht es nicht allein um den Austausch von Informationen, sondern auch darum, ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln und Vertrauen zu schaffen.
Drost betonte, dass Konflikte nicht ausschließlich als Hindernisse, sondern auch als Potenzial für bessere Lösungen verstanden werden sollten. Voraussetzung dafür seien klare Zuständigkeiten, transparente Prozesse und ein funktionierendes Schnittstellenmanagement. Probleme könnten so frühzeitig erkannt und Verzögerungen vermieden werden. Ebenso wichtig sei eine offene Gesprächskultur, in der Fehler angesprochen, unterschiedliche Perspektiven anerkannt und neue Lösungsansätze zugelassen werden. Entscheidend sei dabei ein ausgewogenes Verhältnis zwischen verbindlichen Vorgaben und ausreichendem Gestaltungsspielraum.
Als konkreten Ansatz stellte Drost die Integrierte Projektabwicklung (IPA) vor. Sie setzt auf eine frühzeitige Einbindung der Projektbeteiligten, gemeinsame Ziele und eine kooperative Organisation der Zusammenarbeit. Insbesondere bei großen Infrastrukturprojekten kann dieses Modell dazu beitragen, Probleme frühzeitig zu lösen und Kosten- sowie Terminsicherheit zu verbessern. Voraussetzung dafür ist jedoch ein Umdenken in der bisherigen Projektkultur. Weg von der isolierten Betrachtung einzelner Interessen, hin zu einer stärkeren gemeinsamen Verantwortung für das Projektergebnis.
In der anschließenden Diskussion mit dem Plenum wurde deutlich, dass diese Herausforderungen weit über einzelne Bauvorhaben hinausreichen. Thematisiert wurden unter anderem der Umgang mit Risiken und Fehlern, die zunehmende Zurückhaltung gegenüber unterschiedlichen Positionen sowie die Frage, wie sich verschiedene Interessengruppen wieder stärker auf gemeinsame Ziele verständigen können. Dabei wurde auch die Bedeutung persönlicher Begegnungen und eines generationenübergreifenden Austauschs hervorgehoben.
Besonders deutlich zeigte sich dies bei der Frage, wie künftig wieder mehr qualitätsvoller Wohnungsbau ermöglicht werden kann. Obwohl die grundlegenden Herausforderungen bekannt sind, gestaltet sich die Umsetzung geeigneter Lösungen häufig schwierig. Politische Auseinandersetzungen sowie soziale und ökonomische Rahmenbedingungen erschweren es, unterschiedliche Interessen zusammenzuführen. Umso wichtiger ist es, Probleme präzise zu benennen, Prioritäten zu klären und die Zusammenarbeit aller Beteiligten zu stärken. Die Mainschifffahrt verdeutlichte, dass zukunftsfähige Stadtentwicklung nicht allein von guten Entwürfen und geeigneten Rahmenbedingungen abhängt. Sie braucht eine Kommunikationskultur, die Vertrauen schafft, Konflikte konstruktiv bearbeitet und gemeinsames Handeln ermöglicht. Denn eine qualitätsvolle Stadt entsteht nicht nur durch Planung, sondern auch durch die Bereitschaft, sie gemeinsam zu gestalten.
Wir bedanken uns bei Herrn Uwe Drost, Herrn Stefan Bürger (Vorsitzender der GWH) und allen Teilnehmenden für den facettenreichen Austausch!
** Wir weisen darauf hin, dass die Stiftungsarbeit des urban future forum e.V. ausschließlich durch Spenden finanziert wird. Als gemeinnütziger Verein sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen, um interessante Veranstaltungen und Diskussionen zu ermögliche, innovative Ideen zu fördern und weiterhin eine Plattform für den Austausch über zukunftsweisende Stadtentwicklung zu bieten. Mit Ihrem Engagement tragen Sie aktiv dazu bei, unsere Stadt lebenswert, nachhaltig und zukunftsorientiert zu gestalten. Werden Sie Teil dieser wichtigen Initiative, um gemeinsam mit uns einen Beitrag zur Gestaltung einer zukunftsfähigen urbanen Welt zu leisten. **









